Das Innere Kind

Als inneres Kind bezeichnen wir einen Anteil unserer Psyche. Jenen Teil, der einmal besonders geprägt wurde und uns eben wegen dieser Prägung heute sehr stark beeinflusst. Sich mit diesem Teil seines physischen Selbst auseinander zu setzen kann sehr positiv wirken. Es kann Barrieren einreißen, die uns davon abhalten uns mit unserem wahren Seelenkern zu verbinden. Über diesen Anteil in uns selbst und wie wir ihm helfen können, wollen wir hier sprechen.

“Ich weiß nicht wohin die Reise geht!”

Hinweis: Der vorliegende Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keineswegs medizinischen oder therapeutischen Rat. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen sollte immer ein qualifizierter Gesundheitsdienstleister oder Therapeut konsultiert werden.

Die drei Aspekte unseres physischen Selbst

Wir können unser physisches Selbst in drei Aspekte aufgliedern:

  1. Das innere Kind in uns
  2. Der Teenie oder der Jugendliche in uns
  3. Der Erwachsene in uns

Wenig verwunderlich meinen diese drei Aspekte jeweils einen bedeutsamen Abschnitt in unserem Leben. Jeder mit seinen eigenen wichtigen Zielen, Erfahrungen und Herausforderungen. Doch so wie der Mensch derzeit aufwächst, auch mit verschiedenen Beeinflussungen, die weitreichende Konsequenzen haben können.

Die Bedeutung des Erwachsenen

Schauen wir einmal von unserem heutigen Standpunkt aus zurück, das ist oft hilfreich, da sich jeder am ehesten so wahrnimmt wie er derzeit bewusst agiert.

Als Erwachsene sind wir die Summe unserer Erfahrungen, unserer Hochs und Tiefs, unserer eindrucksvolleren Eindrücke auf andere — aber auch unserer Traumata. Der Erwachsene der heutigen Zeit rationalisiert, fühlt sich im Verstand zu Hause. Schließlich ist dies im Alltag der Menschheit, wie sie derzeit noch existiert, das einzige Werkzeug für dessen Einsatz man belohnt wird.

Ob im Berufs- oder im Privatleben, die Realisierung von Projekten wie dem Kundenvorhaben, dem Hausbau oder sogar der vermeintlichen Rettung von Liebesbeziehungen: wir rationalisieren was das Zeug hält. Wir können gar nicht aufhören alles in fein aufgegliederte Häppchen zu verpacken.

Beweglichkeit als Schlüssel zur Reifung des Erwachsenen

Das ist auch oft genug sehr nützlich. Verstandsarbeit allein ist nichts Negatives, genau wie Emotionalität für sich allein nichts rein Positives ist. Beides ist neutral. Doch das Verharren, die Unbeweglichkeit in der Nutzung von nur einem einzigen Werkzeug, darin liegt das Problem. Unser Erwachsener ist fast ausschließlich im Verstand und lässt so oftmals wenig an sein Herz heran — und lässt sein Herz somit auch wenig in der Welt agieren und für sich selbst zu Wort kommen.

Widmet sich der Erwachsene nun doch einmal einem emotionalen Thema, wie der Erziehung eines Kindes, wird er in die eigene Kindheit zurückversetzt. Jeder reagiert hier selbstverständlich anders. Doch da Kinder einem das eigene psychische Leiden so stark zurück spiegeln wie niemand anderes zuvor, erzieht man schon sein Kind stets mit dem geringsten Level an emotionaler Transzendenz zu dem man fähig ist, nicht dem höchsten.

Hier darfst Du beweglich bleiben: Erinnere dich an die Bedürfnisse, die Du als Kind selbst hattest, und die ggf. nicht erfüllt wurden. Erinnere dich aber auch an die positiven Dinge, die deine Eltern womöglich taten – nicht alles war schlecht. Verstand und Gefühl sind hier gleichermaßen gefragt.

Die Bedeutung des inneren Jugendlichen

Das bringt uns ein paar Jahrzehnte zurück in die Welt unseres Teenies. Als Jugendliche haben wir die Welt sicher noch etwas anders gesehen als heute. Verantwortung haben wir zwar kennengelernt, mussten sie jedoch nie lange tragen. Schon das wird von der Gesellschaft jedoch gern als etwas Negatives angesehen. Schließlich sollte man doch so früh Verantwortung übernehmen wie irgend möglich, richtig? Falsch.

Ist man als Jugendlicher gezwungen, zu viel Verantwortung für das eigene Seelenheil zu übernehmen, fördert das ein arrogantes Verhalten im Erwachsenenalter. “Warum können das alle anderen nicht? Ich musste das schon immer so machen!!

Sturm und Drang als Mittel zur Selbstreifung

Nur wer seinen Teenie voll auskosten durfte, kommt in den Genuss einer gereiften Verantwortungsrolle als Erwachsener. Denn nur dann hat man nichts nachzuholen. Hat man das doch, sollte man es schleunigst tun, egal in welchem Alter. Es wird der eigenen Seelenverbindung sehr gut tun. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du etwas verpasst hast, wenn deine Teeniezeit dir nicht gut getan hat. Du kannst alles im Jetzt nachholen.

Die Zeit des Jugendlichen ist die Zeit des Raufens, der Partys, des Aufbaus des Charakters, des Austestens der eigenen Fähigkeiten, des Widersprechens und der Hormonreifung. Werden diese Aspekte von unseren Eltern in Schranken gewiesen, weil sie selbst überrascht, verwirrt oder ohnmächtig für diese neue Seite an ihrem Kind sind, unterbindet man den natürlichen Sturm und Drang der Reifung, für die das eigene Kind die bisherigen Bahnen für einige Jahre verlassen muss.

Die Bedeutung des Inneren Kindes

Was für den Teenie gilt, gilt in etwa mit dem Faktor zehn für das innere Kind. Im Kindesalter nehmen wir die Reaktionen unserer Mitmenschen auf wie ein Schwamm, da wir hier von Natur aus ganz besonders empathisch sind. Besonders wichtig sind hierbei die Reaktionen unserer Eltern auf unsere Äußerung der eigenen emotionalen Bedürfnisse. Als Kind geht es uns oft aus heiterem Himmel sehr schlecht, und plötzlich wieder sehr gut.

Diese Schwankungen abzufedern, ist die Aufgabe unserer Eltern. Hier gibt jeder das Beste was er kann, niemand ist als perfektes Elternteil geboren. Dennoch verbieten sich einige Dinge stets voll und ganz, und das ist der Einsatz von Gewalt. Hier sind sowohl körperliche Gewalt — wie die vermeintlich harmlose Ohrfeige, die ein Kind als den schlimmsten Vertrauensbruch erlebt der möglich ist — als auch psychische Gewalt gemeint — wie das Ignorieren emotionaler Bedürfnisse oder das Fehlen eines echten Vaters.

Sich selbst überlassen: die emotionale Ohnmacht

Als Kind können wir nicht anders als Grenzen auszutesten. Das ist auch ungemein wichtig, denn wenn wir als Kind intuitiv das Gefühl haben, dass unsere Eltern nicht belastbar oder nicht abgeklärt genug sind, um unsere Phasen mit einer inneren emotionalen Stärke zu ertragen, verlieren wir unser Urvertrauen.

Verbreitete Verletzungen des inneren Kindes und resultierende Irrglauben

Urvertrauen entsteht nur durch fortwährende, innere Gewissheit, dass wir stets geliebt werden, egal was wir tun, egal wie wir es tun, wenn uns die Fehler unseres eigenen Verhaltens liebevoll erklärt, Sanktionen ausgesprochen aber nie Gewalt angewendet wird. Hingegen fanden wir in unserer Erziehung oft folgende, leidvolle Erfahrungen, die in folgende Irrglauben münden:

  • Nach der Schule bis abends allein gelassen werden, sodass wir uns selbst überlassen sind und glauben, niemand im Leben kann oder möchte uns helfen
  • In peinlichen Momenten nicht aufgefangen und mit Würde und Verständnis behandelt werden, sondern den Glauben vermittelt zu bekommen, man hätte etwas falsch gemacht
  • In hilflosen Momenten, bei denen wir womöglich vor körperlicher Misshandlung eines Elternteils zum anderen fliehen, dort ohne angehört zu werden ebenfalls körperliche Gewalt erfahren und zu lernen, man sei nirgends sicher (ab hier gilt: “Kampf oder Flucht!”)
  • Emotional nicht ernst genommen zu werden und zu lernen, dass die eigene Gefühlswelt, die eigene Sichtweise und die eigene Meinung nicht zählen würden und kein Gewicht hätten
  • Nicht angehört zu werden, wenn wir etwas zur Sprache bringen wollen und zu lernen, sich nur lautstark und durch starkes Poltern Gehör verschaffen zu können
  • Ignoriert zu werden, wenn wir ein Gefühl empfinden, sodass wir nie einen Spiegel erhalten, unsere Gefühle nicht in Worte fassen können und eher lernen, im Leben anderer keine Rolle zu spielen
  • Keinen Respekt für die eigenen Grenzen (beispielsweise die eigene geschlossene Tür im Kinderzimmer) erhalten zu haben und zu lernen, das man als Kind nur ein halber Mensch sei
  • Nie Entschuldigungen erhalten, wenn das Elternteil etwas getan hat, dass gegen die eigenen Gefühle verstoßen hat und zu lernen, dass man selbst keine Entschuldigung wert sei

Das innere Kind weiß noch heute um die Momente, in denen wir von unseren Eltern öffentlich gemaßregelt, im eigenen Kinderzimmer kontrolliert, geohrfeigt oder emotional allein gelassen wurden. Es trägt diese Themen bis ins hohe Erwachsenenalter mit und gibt diese Dinge, so sie nie aufgelöst werden, an die nächste Generation der Kinder weiter.

Warum aber geben Eltern, die diese Art der Erziehung selbst erfahren haben, es so oft unbemerkt an die eigenen Kinder weiter? Die vermeintliche Logik liegt hier darin, dass jemand, der sein eigenes Leid nicht anerkennen möchte, dem also “nichts Falsches widerfahren ist”, erst selbst ein Spiegelbild benötigt, um sein eigenes Leid zu erkennen und andere Entscheidungen treffen zu können.

Oft existiert hierbei auch der Irrglaube, dass ein Gegenüber ja nur das empfinden könne, was man selbst in ihm auslösen wollte — und da man ihm ja nichts Schlechtes wollte, könne das eigene Kind ja auch keine negativen Erfahrungen machen. Selbstverständlich ist das reinrassiger Unsinn.

Die Aufarbeitung des inneren Kindes

An den Interaktionen mit unseren Beziehungspartnern, Kollegen und Freunden können wir unser eigenes Verhalten Stück für Stück auf die Prägungen unseres inneren Kindes zurückführen. Das, was damals in uns Frustration und Ohnmacht auslöste, nehmen wir mit in unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Dort wüten diese Dinge oft unbemerkt und sehr stark.

Sich diesen Dingen bewusst zu werden, erfordert Mut und Ausdauer. Hat man einen dieser Aspekte identifiziert, darf man die Emotionen, die man damals durchlebte noch einmal durchleben. Das ist oft unerträglich. Hier können verschiedene Dinge helfen:

  • Allgemeine Psychohygiene und passende regelmäßige Übungen
  • Bewusstes Atmen zur Auflösung von Blockaden
  • Transformative Meditation
  • Die Interaktion mit denjenigen, mit denen wir die Ursachen unseres Selbst früher einmal entwickeln durften — unseren Eltern
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Beidseitiger Rückhalt: die Eltern als emotionales Rückgrat

Je nachdem, wie sehr unsere Eltern zur Selbstreflektion und einer aufrichtigen Entschuldigung fähig sind und emotionale Erhabenheit gegenüber eigenen Fehlern besitzen, werden sie diese Aufarbeitung unseres inneren Kindes nicht als Vorhalten ihrer Fehler oder als Bestrafung durch ihre Kinder sehen. Sie werden offen mit ihnen darüber reden und den Kindern, die sie lieben offen eingestehen, selbst nicht perfekt zu sein. Hierdurch kann und wird Verständnis auf Seiten der Kinder entstehen und Entlastung auf beiden Seiten eintreten.

Doch vor allem dürfen wir jedem Anteil unseres Selbst jeden Tag aufs Neue ein paar Minuten ganz für sich allein schenken. Tu das, was dein inneres Kind gerne möchte, Du wirst es dir danken.

Die Kontaktaufnahme zu deinem inneren Kind ist zudem hier (extern) sehr gut erfasst.

Eine wahrhaftige Auflösung der emotionalen Schmerzen deines inneren Kindes wünsche ich dir von Herzen — Du hast es verdient, lieber Empath. Denn mit dir darf der Zyklus der Ohnmacht enden. Du konntest es tragen, doch Du darfst es wieder loslassen.

In Liebe — Erikblank

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Über den Autor

Dieser Blog-Beitrag wurde mit sehr viel Sorgfalt verfasst von:

  • Promovierter Wissenschaftler
  • Spiritueller Berater seit 2010
  • Autor mehrerer spiritueller Bücher
  • Achtsamkeitstrainer
  • Ausgebildeter Meditationslehrer
  • Zertifizierter Quantenheiler
  • Hypersensitive Person (HSP)
  • Kontakt: Erik@Herzwandler.net

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