Traumdeutung Krieg
„Kriegsträume haben mit den Nachrichten zu tun."
Was im Traum tatsächlich passiert ist
Gefahr von allen Seiten, oft ohne erkennbaren Gegner. Häufig geht es im Traum nicht ums Kämpfen, sondern ums Wegkommen.
Wem was zugeschrieben wird — mit Datum
| Quelle | Zeit | Zuschreibung |
|---|---|---|
| Artemidoros, Oneirokritika | 2. Jh. | Krieg als Streit im nahen Umfeld; die Grösse des Bildes steht für die Heftigkeit, nicht für die Sache. |
| Volkstümliche Traumbücher | 19. Jh. | Unruhe und Zwietracht. |
Was überliefert ist
Unterhalb der Trennlinie: In den Traditionen ist der Krieg im Traum fast nie ein Ereignis, sondern ein Mass — er zeigt an, wie groß etwas sich anfühlt. Ein kleiner Streit kann als Schlacht erscheinen, weil der Traum keine Lautstärkeregler kennt.
Wie häufig ist das überhaupt?
Angriff ist die zweithäufigste Aggressionsart: 22 Prozent (Männer) bzw. 15 Prozent (Frauen). Aggression kommt in 45 Prozent aller Träume vor.
Die Zahlen stammen aus der Auszählung von 991 Traumberichten (Hall und Van de Castle, 1966). Es waren Studierende einer US-Universität, erhoben Mitte des 20. Jahrhunderts — sauber erhoben und nicht die ganze Welt. Wie das Verfahren funktioniert →
Was es nicht bedeutet
- Keine Vorhersage.
- Nicht zwingend eine Folge von Nachrichten — die Kontinuitätsthese sagt nur, dass vorkommt, was beschäftigt.
Drei Fragen an Dich
- Gegen wen ging es?
- Hast Du gekämpft oder Dich versteckt?
- Wo führst Du im Wachen einen Kampf, den Du nicht benennst?
Was Du hier antwortest, wiegt schwerer als alles, was weiter oben steht. Ein Lexikon kann Vorschläge machen; entscheiden kann es nichts. Der Traum gehört dem Träumer.
Verwandte Symbole
Bewegung und Ohnmacht — alle Symbole dieser Gruppe
Fallen, fliegen, verfolgt werden, zu spät kommen. Die Träume, die jeder kennt — und die seltener sind als ihr Ruf.
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