Traumdeutung Haare schneiden
„Wer sich im Traum die Haare schneidet, verliert Kraft."
Was im Traum tatsächlich passiert ist
Du schneidest, oder jemand schneidet Dir. Der Unterschied ist die ganze Frage.
Wem was zugeschrieben wird — mit Datum
| Quelle | Zeit | Zuschreibung |
|---|---|---|
| Biblische Überlieferung | Antike | Simson verliert mit dem Haar die Kraft — die Quelle der bekanntesten Zuschreibung. |
| Artemidoros, Oneirokritika | 2. Jh. | Freiwilliges Schneiden bedeutet Trauer, erzwungenes Schande. |
| Volkstümliche Traumbücher | 19. Jh. | Verlust, Krankheit. |
Diese Zuschreibungen stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und widersprechen sich zum Teil. Nebeneinandergestellt heben sie sich auf — und genau deshalb stehen sie hier nebeneinander und nicht untereinander als eine Antwort.
Was überliefert ist
Unterhalb der Trennlinie: Der Haarschnitt ist in fast jeder Kultur ein Ritual des Übergangs — beim Eintritt ins Kloster, in die Armee, in die Trauer. Er markiert, dass jemand etwas hinter sich lässt, und er ist sichtbar. Beides zusammen macht ihn zum stärksten Körperbild der Überlieferung.
Wie häufig ist das überhaupt?
Keine Auszählung.
Was es nicht bedeutet
- Kein Kraftverlust. Die Simson-Geschichte ist eine Erzählung und kein Traumbefund.
Drei Fragen an Dich
- Hast Du selbst geschnitten, oder jemand anders?
- Wie sah es danach aus?
- Was möchtest Du gerade hinter Dir lassen?
Was Du hier antwortest, wiegt schwerer als alles, was weiter oben steht. Ein Lexikon kann Vorschläge machen; entscheiden kann es nichts. Der Traum gehört dem Träumer.
Verwandte Symbole
Körper — alle Symbole dieser Gruppe
Zähne, Haare, Blut, Augen. Körperliche Unglücke sind rund ein Drittel aller Unglücke im Traum.
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