Traumdeutung Ertrinken
„Ertrinken im Traum heißt, dass einem alles über den Kopf wächst."
Was im Traum tatsächlich passiert ist
Du kommst nicht an die Oberfläche. Häufig wacht man auf, bevor etwas passiert — und das ist die Regel und nicht die Ausnahme.
Wem was zugeschrieben wird — mit Datum
| Quelle | Zeit | Zuschreibung |
|---|---|---|
| Artemidoros, Oneirokritika | 2. Jh. | Untergehen im Wasser als Verlust der Selbstbestimmung. |
| Volkstümliche Traumbücher | 19. Jh. | Gefahr, Krankheit. |
| Jung | 20. Jh. | Das Unbewusste, das den bewussten Teil überschwemmt. Eine Setzung. |
Diese Zuschreibungen stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und widersprechen sich zum Teil. Nebeneinandergestellt heben sie sich auf — und genau deshalb stehen sie hier nebeneinander und nicht untereinander als eine Antwort.
Was überliefert ist
Unterhalb der Trennlinie: Untergehen ist in den Übergangsriten vieler Kulturen der mittlere Teil — man geht unter und kommt als anderer heraus. Die Überlieferung kennt dieses Bild fast nie als Ende.
Wie häufig ist das überhaupt?
Keine eigene Kategorie. „Bedrohung aus der Umgebung": 13 Prozent aller Unglücke.
Die Zahlen stammen aus der Auszählung von 991 Traumberichten (Hall und Van de Castle, 1966). Es waren Studierende einer US-Universität, erhoben Mitte des 20. Jahrhunderts — sauber erhoben und nicht die ganze Welt. Wie das Verfahren funktioniert →
Was es nicht bedeutet
- Keine Todesahnung.
- Kein Zeichen einer Überforderung, das man ernster nehmen müsste als das eigene Wachgefühl.
Drei Fragen an Dich
- Was hat Dich heruntergezogen?
- War jemand da?
- Wo fehlt Dir gerade Luft?
Was Du hier antwortest, wiegt schwerer als alles, was weiter oben steht. Ein Lexikon kann Vorschläge machen; entscheiden kann es nichts. Der Traum gehört dem Träumer.
Verwandte Symbole
Bewegung und Ohnmacht — alle Symbole dieser Gruppe
Fallen, fliegen, verfolgt werden, zu spät kommen. Die Träume, die jeder kennt — und die seltener sind als ihr Ruf.
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