Der Schlafphasen-Rechner
Jeder andere Schlafrechner nennt Dir Uhrzeiten auf die Minute. Dieser nennt Dir Spannen — und der Grund dafür steht weiter unten, ausgeschrieben.
Jede Zeile ist eine Spanne, kein Zeitpunkt. Sie deckt Zykluslängen von 80 bis 100 Minuten ab — das ist der Bereich, in dem die meisten Menschen liegen, und selbst er ist nicht eng.
Warum hier Spannen stehen und keine Uhrzeiten
Die Rechnung hinter jedem Schlafrechner ist trivial: Einschlafdauer plus Vielfache von 90 Minuten. Das Problem ist nicht die Rechnung, sondern die Zahl, mit der gerechnet wird.
- Die 90 Minuten sind ein MITTELWERT. Bei einzelnen Menschen liegt die Zykluslänge zwischen etwa 70 und 110 Minuten.
- Sie ändert sich über die Nacht. Die ersten Zyklen sind kürzer und tiefschlafreich, die letzten länger und REM-reich.
- Sie ändert sich mit dem Alter, mit Schlafmangel, mit Alkohol und mit der Nacht davor.
- Nach fünf Zyklen hat sich eine Abweichung von zehn Minuten je Zyklus auf fast eine Stunde summiert. Genau da liegt die angeblich optimale Weckzeit.
Deshalb eine Spanne. Eine Uhrzeit auf die Minute wäre eine Behauptung über Deinen Körper, die niemand aufstellen kann — und sie wäre bequemer und falsch.
Was tatsächlich hilft
- Regelmässigkeit schlägt Rechnerei. Wer jeden Tag etwa zur selben Zeit ins Bett geht, wacht irgendwann von selbst zur passenden Zeit auf.
- Genug schlafen ist wichtiger als richtig aufwachen. Wer sechs Stunden schläft und den perfekten Zeitpunkt trifft, ist trotzdem müde.
- Bei Albträumen: Sie liegen typischerweise in der zweiten Nachthälfte. Wer die Uhrzeit notiert, erfährt mehr als jeder Rechner — siehe Modul 15.
- Bei Nachtschreck: erste Nachthälfte, zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Modul 19 erklärt, warum das der entscheidende Unterschied ist.
Und die Frage, die immer kommt: Vollmond
Ob Menschen bei Vollmond schlechter schlafen, ist eine der meistgestellten Fragen zum Thema Schlaf — und sie ist in diesem Projekt schon beantwortet, mit der Forschungslage und mit der schlichteren Erklärung dazu.
- Dieser Rechner misst nichts. Er rechnet mit Durchschnittswerten und sagt das an jeder Stelle.
- Er ersetzt kein Schlaflabor. Wer den Verdacht hat, dass mit seinem Schlaf etwas nicht stimmt, gehört dorthin und nicht auf diese Seite.
- Er sagt nichts über Schlafqualität. Zur richtigen Zeit aufzuwachen macht keinen schlechten Schlaf gut.
- Er speichert nichts und schickt nichts an unseren Server.
- Du bist tagsüber unwiderstehlich müde, obwohl Du genug schläfst.
- Du schnarchst stark oder hast Atemaussetzer im Schlaf.
- Du liegst regelmässig über eine Stunde wach.
- Du wachst nachts mehrfach auf und kommst nicht zurück.
Dann ist der nächste Schritt eine Hausärztin oder eine schlafmedizinische Sprechstunde — und kein Rechner.