Kleine Arkana · Element Wasser
Die Kelche im Tarot
Gefühl, Bindung, Empfänglichkeit. Die Kelche fragen nach dem, was einen berührt — und danach, wie voll oder leer man gerade ist.
Was fühlst Du?
Jede der vier Farben stellt eine andere Frage an dieselbe Lage. Wer weiß, welche Farbe gerade liegt, weiß damit schon, worum es geht — und muss nur noch klären, wie weit die Sache ist. Das sagt die Zahl.
Wo diese Farbe im Alltag auftaucht
Freundschaft, Familie, Verliebtheit, Trauer, Versöhnung.
Die Kelche sagen nicht, ob jemand Dich liebt. Sie sagen etwas über Deinen eigenen Gefühlszustand — auch dann, wenn die Frage einem anderen galt.
Die vierzehn Karten
Zehn Zahlkarten und vier Hofkarten. Die Zahl sagt die Stufe, die Hofkarte eine Haltung — Modul 7 übt beides ein. Jede Karte hat ihre eigene Seite mit Bild, vertiefter Bedeutung, Kehrseite und der Karte in der Beziehung.
Ein Gefühl fängt an — offen, unverbraucht, noch an niemanden gerichtet. Die Karte steht für den Moment, in dem man merkt, dass man wieder empfänglich ist.
Die Stufe: Der Anfang. Die reine Form der Farbe, noch ohne Richtung.
Zur KarteZwei sehen sich an. Die Karte der beidseitigen Zuneigung — nicht der einseitigen: ein Gegenüber, das antwortet.
Die Stufe: Zwei Seiten. Wahl, Gegenüber, Gleichgewicht oder Spannung.
Zur KarteGemeinsame Freude. Freundschaft, Fest, das Gefühl, dazuzugehören — Glück, das erst entsteht, wenn es geteilt wird.
Die Stufe: Das Erste wird sichtbar. Ein Ergebnis, an dem andere teilhaben.
Zur KarteSattheit, die blind macht. Ein vierter Kelch wird angeboten und nicht gesehen, weil der Blick an dem hängt, was schon da ist und nicht mehr freut.
Die Stufe: Halt und Stillstand. Etwas ist gesichert — und bewegt sich nicht.
Zur KarteVerlust, an dem der Blick hängen bleibt. Drei sind umgefallen, zwei stehen noch — die Karte des Blicks in die falsche Richtung.
Die Stufe: Der Bruch. Die Mitte jeder Farbe ist ihre unangenehmste Karte.
Zur KarteErinnerung, die wärmt. Etwas von früher kommt zurück — ein Mensch, ein Ort, ein Gefühl — und mit ihm die Arglosigkeit, mit der man es damals erlebt hat.
Die Stufe: Ausgleich nach dem Bruch. Etwas bewegt sich wieder.
Zur KarteSieben Möglichkeiten, alle im Nebel. Wünschen ersetzt hier das Wählen, und das Angebot ist so reich, dass keines davon wirklich wird.
Die Stufe: Die Prüfung. Man muss etwas allein durchhalten oder entscheiden.
Zur KarteJemand geht weg von etwas, das nicht schlecht war. Der schwerste Abschied ist der ohne einen Grund, den man anderen erklären könnte.
Die Stufe: Bewegung mit Können. Es geht schnell, weil man es kann.
Zur KarteZufriedenheit, die man sich eingerichtet hat. Angenehm, verdient — und niemand sitzt daneben.
Die Stufe: Fast am Ende — mit allem, was sich bis dahin angesammelt hat.
Zur KarteDas volle Bild: Verbundenheit, die trägt. Keine Karte verspricht mehr, und keine ist schwerer zu halten.
Die Stufe: Das Volle. Die Farbe in ihrer äußersten Ausprägung, im Guten wie im Zuviel.
Zur KarteEin Gefühl meldet sich zu Wort, unbeholfen und ehrlich. Der Bube steht für die erste, noch ungeübte Sprache des Herzens — und für die Überraschung, dass da überhaupt etwas spricht.
Die Stufe: Der Anfänger. Neugier, Lernen, eine Nachricht.
Zur KarteDer Werbende. Romantisch, bewegt, mit einem Angebot in der Hand — und man weiß nie ganz, wie viel davon Selbstbild ist.
Die Stufe: Der Bewegte. Aufbruch, Tempo, manchmal zu viel davon.
Zur KarteMitgefühl mit Grenze. Sie fühlt mit und geht nicht darin unter.
Die Stufe: Die Tragende. Die Farbe von innen her beherrscht.
Zur KarteGefühl, das ruhig bleibt. Er spürt viel und lässt sich davon nicht wegtragen.
Die Stufe: Der Verantwortliche. Die Farbe nach außen vertreten.
Zur KarteDie Farbe in der Beziehung
Die Farbe dieses Bereichs. Sechs der vierzehn Kelchkarten haben eine ausdrückliche Beziehungsdeutung; das ist mehr als in jeder anderen Farbe.
Woher die Farbe kommt
Die Kelche entsprechen den Bechern (coppe) und im französischen Blatt dem Herz. Die Zuordnung zum Wasser ist ebenfalls eine des Golden Dawn.
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