Stufe 2 · Solopraxis Modul 10 von 23
Ganzkörperorgasmus: Erregung halten statt entladen
- 61 Minuten
- 2 geführte Übungen
- Erregungsskala
- Übungsbegleiter
- Tagebuch
Kein Begriff im Neo-Tantra verspricht so viel wie dieser, und keiner wird so selten erklärt. Dieses Modul trennt drei Dinge, die üblicherweise durcheinandergehen: was Menschen berichten, was untersucht ist, und was behauptet wird, weil es sich gut verkauft.
Was der Begriff meint — und was nicht
Was unter „Ganzkörperorgasmus" beschrieben wird, ist ein Erleben, das sich in drei Punkten vom üblichen unterscheidet: Es ist diffuser — nicht auf die Genitalien begrenzt, sondern im Rumpf, manchmal bis in Arme und Kopf. Es ist länger — Minuten statt Sekunden. Und es verläuft wellenförmig statt als einzelner Gipfel.
Solche Berichte gibt es reichlich, und sie sind einander ähnlich genug, dass man sie ernst nehmen sollte. Was es nicht gibt, ist ein Beleg dafür, dass sich das zuverlässig herbeiführen lässt, dass jeder Mensch es erreichen kann oder dass es einer Rangordnung entspricht.
- „Jeder kann das lernen, es ist nur eine Frage der Technik." — Nein. Manche Menschen berichten es nach Wochen, andere nach Jahren, viele nie. Das sagt nichts über sie aus.
- „Samenverlust schwächt den Körper." — Für diese in der Tantra-Literatur verbreitete Behauptung gibt es keine belastbaren Belege. Ejakulation ist nicht schädlich.
- „Wer es erreicht, ist spirituell weiter." — Ein Erregungsverlauf ist eine körperliche Erfahrung, kein Rang.
Wenn dieses Modul etwas Nützliches enthält, dann nicht das Versprechen, sondern das Verfahren: Erregung wahrnehmen, halten und wieder absinken lassen. Das ist erlernbar, es ist unspektakulär, und es verändert Sexualität mehr als jedes Ziel.
Die Erregungskurve
Masters und Johnson beschrieben 1966 vier Phasen: Erregung, Plateau, Orgasmus, Rückbildung. Dieses Modell ist bis heute die Grundlage jeder Erregungsarbeit — und es ist in einem Punkt ergänzt worden, den man kennen sollte.
Helen Singer Kaplan fügte in den 1970er Jahren das Verlangen als eigene Phase davor ein. Rosemary Basson schlug 2000 ein anderes Modell vor, das besonders für Frauen in längeren Beziehungen besser passt: Dort steht das Verlangen nicht am Anfang, sondern entsteht oft erst durch Erregung — der Verlauf ist eher ein Kreis als eine Linie.
Praktisch heißt das: Die Vorstellung, es müsse erst Lust da sein und dann passiere der Rest von allein, ist für viele Menschen schlicht falsch. Und wer sie glaubt, wartet auf etwas, das erst später kommt.
Für dieses Modul zählt vor allem die zweite Phase. Das Plateau ist der Bereich, in dem Erregung hoch ist und sich trotzdem noch bewegen lässt. Alles, was hier geübt wird, findet dort statt.
Schön, dass Du bis hierher gekommen bist
Die ersten vier Module hast Du ohne alles bekommen — kein Konto, keine E-Mail-Adresse, keine Zahlungsdaten. Ab hier brauchst Du ein kostenloses Konto, und zwar aus einem einzigen Grund: Dein Fortschritt und Deine Tagebuch-Einträge müssen irgendwo liegen, damit sie beim nächsten Mal noch da sind.
Das dauert eine Minute. Wir verkaufen keine Daten, schicken Dir keine Werbung und schreiben Dich nicht an. Und die acht Module dieser Stufe bleiben genauso kostenlos wie die vier davor.
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Wer hier sonst noch übt
Diese Mitglieder interessieren sich für Tantra und passen zu dem, was Du suchst. Zwei der Module sind ausdrücklich für zwei Menschen gedacht, die nicht am selben Ort sind — dort kannst Du jemanden direkt ansprechen.
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