Stufe 2 · Solopraxis Modul 8 von 23
Der kleine Energiekreislauf
- 28 Minuten
- 2 geführte Übungen
- Atem-Taktgeber
- Übungsbegleiter
- Tagebuch
Das ruhigste Modul dieser Stufe und das direkte Gegenstück zum vorigen. Wo es dort um Aktivierung ging, geht es hier um Richtung: Aufmerksamkeit läuft auf einer geschlossenen Bahn und endet dort, wo alles enden sollte — unten, im Bauch.
Woher der Kreislauf kommt
Anders als das meiste in diesem Kurs stammt der kleine Energiekreislauf nicht aus Indien, sondern aus China. Im Daoismus heißt er Xiao Zhou Tian — „kleiner Himmelskreislauf". Er ist eine der Grundübungen des inneren Alchemie-Systems Neidan und in Texten seit etwa dem 8. Jahrhundert beschrieben.
Dass er hier steht, ist also eine Entlehnung. Sie ist üblich — praktisch jede westliche Tantra-Schule benutzt ihn —, und sie funktioniert, weil beide Systeme dieselbe Beobachtung machen: Aufmerksamkeit bewegt sich, wenn man sie führt, und der Atem gibt den Takt vor.
Dieselbe Einschränkung wie bei den Chakren: Es gibt keine Bahn, die sich aufschneiden ließe. Was es gibt, ist die Erfahrung, dass sich Aufmerksamkeit entlang von Körperlinien führen lässt und dabei etwas mitzugehen scheint — Wärme, Kribbeln, ein Ziehen.
Ob das Energie ist oder verlagerte Aufmerksamkeit, entscheidet dieser Kurs nicht. Beide Deutungen führen zur selben Übung.
Die Bahn
Zwei Kanäle bilden zusammen einen geschlossenen Ring durch die Körpermitte:
- Der hintere Kanal — vom Damm über das Steißbein, die Wirbelsäule entlang nach oben, über den Hinterkopf zum Scheitel. Im Daoismus Du Mai, das Lenkergefäß. Hier geht es hinauf.
- Der vordere Kanal — vom Scheitel über Stirn, Gaumen, Kehle, Brustbein und Bauch zurück zum Damm. Ren Mai, das Konzeptionsgefäß. Hier geht es hinunter.
Die Richtung ist nicht beliebig: hinten hoch, vorn runter. Wer es umgekehrt probiert, merkt meist selbst, dass es sich falsch anfühlt — und in den Texten gilt es als ausdrücklich unerwünscht.
Der Atem gibt den Takt: Einatmen führt hinten hinauf, Ausatmen vorn hinunter. Mehr Regel gibt es nicht.
Die Zungenbrücke
Zwischen Scheitel und Kehle hat der Ring eine Lücke — dort, wo Gaumen und Zunge sich trennen. Sie wird geschlossen, indem die Zungenspitze leicht an den Gaumen gelegt wird, direkt hinter den oberen Schneidezähnen.
Ganz leicht. Nicht drücken, nicht mit Kraft anlegen. Es ist eine Berührung, kein Halt. Wenn der Kiefer davon müde wird, ist es zu fest.
Ob man das als Schließen eines Kreises versteht oder schlicht als Zeichen, dass die Übung läuft — es hat einen unbestreitbaren Nebeneffekt: Solange die Zunge dort liegt, ist der Kiefer entspannt und der Mund geschlossen. Beides hilft.
Schön, dass Du bis hierher gekommen bist
Die ersten vier Module hast Du ohne alles bekommen — kein Konto, keine E-Mail-Adresse, keine Zahlungsdaten. Ab hier brauchst Du ein kostenloses Konto, und zwar aus einem einzigen Grund: Dein Fortschritt und Deine Tagebuch-Einträge müssen irgendwo liegen, damit sie beim nächsten Mal noch da sind.
Das dauert eine Minute. Wir verkaufen keine Daten, schicken Dir keine Werbung und schreiben Dich nicht an. Und die acht Module dieser Stufe bleiben genauso kostenlos wie die vier davor.
Ab 18 Jahren. Danach landest Du wieder hier — diese Seite bleibt so lange offen. Zurück zur Kursübersicht.
Wer hier sonst noch übt
Diese Mitglieder interessieren sich für Tantra und passen zu dem, was Du suchst. Zwei der Module sind ausdrücklich für zwei Menschen gedacht, die nicht am selben Ort sind — dort kannst Du jemanden direkt ansprechen.
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