Auspendeln
Für Fragen mit mehr als zwei Antworten. Trag Deine Möglichkeiten ein — eine je Zeile —, schwing das Pendel an, und die Liste wird halbiert, bis eine übrig ist.
Freiwillig und flüchtig: Die Liste wird nirgendwohin geschickt und ist beim Verlassen der Seite weg.
Ohne Maus und ohne Touchscreen anschwingen
Klick in das Feld und halte eine Pfeiltaste gedrückt. Das dauert ähnlich lange und tut dasselbe — die Zufälligkeit ist dabei dünner als beim Wischen, weil eine gehaltene Taste gleichmäßiger tickt als eine Hand. Genug ist beides.
Und jetzt die eigentliche Frage: Wie hast Du Dich beim Lesen gefühlt — erleichtert oder enttäuscht?
Diese Regung kommt schneller als jeder Gedanke, und sie ist die Auskunft, wegen der man pendelt. Erleichterung bei „Nein" heißt: Du wolltest es nicht. Enttäuschung bei „Nein" heißt: Du wolltest es doch. Beides wusstest Du vorher nicht.
- Der Ausschlag entsteht aus Deiner Bewegung. Position, Zeitabstand und Richtungswechsel gehen in einen Zufallswert. Ohne Bewegung passiert nichts — und das ist kein Zierrat: Beide Erklärungen des Pendelns setzen voraus, dass Du beteiligt bist (Modul 9).
- Nichts verlässt Dein Gerät. Beim Anschwingen und Loslassen wird keine einzige Anfrage an unseren Server geschickt — nicht, weil wir es versprechen, sondern weil die Seite dafür gar keine Stelle hat. Auch Deine Frage nicht: Sie wird nicht einmal ausgelesen.
- Ja und Nein sind gleich wahrscheinlich. Je 47,5 %. Die restlichen 5 % sind das Kreisen — die Antwort, die sagt, dass die Frage nicht beantwortbar gestellt ist (Modul 4). Diese Zahl ist eine Entscheidung von uns und keine Messung; sie steht hier, damit Du sie kennst.
- Die Antwort ist nicht die Auskunft. Die Auskunft ist, wie Du Dich beim Lesen fühlst. Genau danach fragen wir unten.
Warum halbiert wird und nicht gezeigt
Die verbreitete Form ist eine andere: Man legt die Liste auf den Tisch, hält das Pendel über jede Zeile und sieht, wo es ausschlägt. Das funktioniert, hat aber einen Haken — man weiß beim Halten, über welcher Zeile man ist, und die Hand weiß es mit.
Das Halbieren umgeht das: Jede einzelne Entscheidung ist eine Ja/Nein-Frage („diese Hälfte?"), und keine davon hat einen Namen daran. Bei acht Möglichkeiten braucht es genau drei Ausschläge, bei sechzehn genau vier — bei hundert sechs oder sieben, je nachdem, wie die Hälften fallen. Glatt geht es nur bei Zweierpotenzen auf.
Das ist derselbe Grund, aus dem im Modul 8 steht, wie man es mit einem echten Pendel macht: Zettel falten, Reihenfolge mischen, erst dann pendeln.
Wo es kippt
- Zu viele Möglichkeiten. Ab etwa zehn merkt man sich die eigene Neigung nicht mehr — dann hat das Verfahren keinen Gegenspieler und liefert etwas Beliebiges.
- Möglichkeiten, die sich überschneiden. „Berlin" und „Großstadt" sind keine zwei Optionen.
- Eine Möglichkeit, die man eigentlich ausschließen will. Dann gehört sie nicht auf die Liste. Wer sie trotzdem draufschreibt und hofft, dass sie nicht kommt, hat schon entschieden — und genau das ist die Auskunft.
Das Körperauspendeln — und warum es hier nicht steht
Die dritte verbreitete Form ist, über dem eigenen Körper oder über Lebensmitteln zu pendeln, um Unverträglichkeiten oder Mängel zu finden. Dafür gibt es hier kein Werkzeug, und das ist eine Entscheidung.
Der Grund steht in Modul 10 und ist kurz: Der Schaden ist nicht die falsche Auskunft, sondern die Verzögerung. Wer pendelt, statt einen Termin zu machen, verliert Zeit — und Zeit ist bei körperlichen Sachen das Einzige, was sich nicht zurückholen lässt.