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Stufe 3 · Die Feinheiten · Modul 15 von 18

Profil und die sechs Linien

Zwei Ziffern, die beschreiben, wie Du lernst und wie Du gesehen wirst. Die bewusste und die unbewusste Hälfte.

17 Minuten Lesezeit

Die Annahme

Das Profil beschreibt meinen Charakter.

Was stimmt

Es beschreibt einen Umgang, keinen Charakter: wie jemand an Neues herangeht und wie er dabei auf andere wirkt. Zwei Menschen mit demselben Profil können sich völlig unähnlich sein.

Woher die zwei Ziffern kommen

Die erste ist die Linie der Sonne zum Geburtszeitpunkt, die zweite die Linie der Sonne 88 Grad davor. Also: schwarze Sonne Schrägstrich rote Sonne.

Die erste Ziffer gilt als bewusst — das, was Du an Dir kennst. Die zweite als unbewusst: wie Du auf andere wirkst, ohne es zu steuern. Deshalb erkennen Menschen die zweite Ziffer oft eher an einem als man selbst.

Die sechs Linien

Linie 1 — Der Forscher

braucht Grund unter den Füßen. Sicherheit entsteht durch Wissen. Diese Linie liest zu Ende, bevor sie anfängt.

Linie 2 — Der Einsiedler

wird gerufen. Ein Talent, das von selbst funktioniert und das andere früher bemerken als man selbst. Braucht Zeit allein.

Linie 3 — Der Versucher

lernt durch Ausprobieren. Findet heraus, was nicht geht — und das ist kein Scheitern, sondern die Methode.

Linie 4 — Der Opportunist

lebt von Beziehungen. Das Nächste kommt über Menschen, die man kennt. Netzwerk ist hier keine Strategie, sondern Anlage.

Linie 5 — Der Häretiker

wird geholt, wenn es brennt. Menschen projizieren Erwartungen auf diese Linie. Sie kann liefern — und trägt das Risiko, überhöht zu werden.

Linie 6 — Das Vorbild

lebt in drei Abschnitten. Bis etwa 30 wie eine 3, dann eine Zeit auf dem Dach, ab etwa 50 als Vorbild. Die Überlieferung nennt 30 und 50 — beides sind Richtwerte, keine Termine.

Die Linien sind ein Muster, kein Ranking

Linie 6 ist nicht weiter entwickelt als Linie 1, und Linie 3 ist nicht das Anfängerstadium. Die Nummerierung kommt aus dem I Ging, wo die sechs Striche eines Hexagramms von unten nach oben gezählt werden — unten das Konkrete, oben das Übergeordnete. Eine Wertung liegt darin nicht.

Warum es zwölf Profile gibt und nicht 36

Rechnerisch wären 6 × 6 = 36 Paare denkbar. Es kommen zwölf vor, und das hat einen rechnerischen Grund: Zwischen den beiden Sonnenständen liegen immer genau 88 Grad. Dieser feste Abstand lässt nur bestimmte Kombinationen zu.

Das ist eine der wenigen Stellen, an denen das System eine hergeleitete Aussage macht statt einer gesetzten — und deshalb eine der befriedigendsten.

Die drei Winkel

Die zwölf Profile teilen sich in drei Gruppen, und die stehen später auch vor dem Inkarnationskreuz:

Die Sache mit der Uhrzeit

Das Profil hängt an zwei Sonnenlinien, und eine Linie misst 0,9375 Grad. Die Sonne legt am Tag knapp ein Grad zurück — eine Linie entspricht damit etwa einem Tag.

Das klingt beruhigend und ist es größtenteils auch: Wer seine Geburtszeit auf ein paar Stunden genau kennt, hat meistens das richtige Profil. Nur wer nahe an einer Liniengrenze geboren ist, kippt — und dann kippt gleich das ganze Profil.

Was dieses Modul nicht leistet
  • Das Profil sagt nichts über Begabung. Ein 2/4 ist nicht talentierter als ein 1/3.
  • Es sagt auch nichts darüber, wie ein Mensch behandelt werden will.
  • Und die Lebensabschnitte der 6er-Linie — etwa 30 und etwa 50 — sind Richtwerte aus der Überlieferung, keine Termine.
Weiter im KursDas InkarnationskreuzVier Tore und ein sehr großes Wort.

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