Drei Zustände, nicht zwei
| Zustand | Woran man ihn erkennt | Wie es sich anfühlt |
|---|---|---|
| Definiert | mindestens ein geschlossener Kanal | verlässlich, immer gleich, fällt kaum auf |
| Undefiniert | kein Kanal, aber ein oder mehrere belegte Tore | schwankend, aber mit einem wiedererkennbaren Anker |
| Offen | kein Kanal und kein einziges belegtes Tor | völlig durchlässig — der Raum entscheidet |
Die meisten Menschen haben von jedem etwas. Reflektoren haben alle neun Zentren nicht definiert, aber fast nie alle neun völlig offen.
Was das praktisch heißt
Ein Beispiel am Kehlzentrum, weil man es am deutlichsten merkt.
- Definiert: Du sprichst, wann Du willst, und auf Deine Art. Dass das nicht selbstverständlich ist, merkst Du nie.
- Undefiniert mit Tor 20: Du sprichst nicht immer, aber wenn, dann sehr im Augenblick. Es gibt eine wiedererkennbare Art — sie kommt nur nicht auf Kommando.
- Völlig offen: Wie Du redest, hängt fast ganz davon ab, mit wem. Bei manchen Menschen bist Du redegewandt, bei anderen bekommst Du kaum einen Satz heraus. Beides bist Du.
Human Design nennt es so: An den nicht definierten Zentren nimmst Du auf, was um Dich herum ist, verstärkst es und hältst es für Deins. Ein offener Solarplexus im Raum mit einem gereizten Menschen ist gereizter als der gereizte Mensch.
Das ist keine Esoterik, es ist eine Beschreibung. Ob man sie „energetisch" erklärt oder als ganz gewöhnliche soziale Ansteckung, ändert an der Beobachtung nichts — und die Beobachtung kann jeder an sich selbst machen.
Warum es nicht „gut" oder „schlecht" gibt
Die Versuchung ist groß, definiert für stabil und offen für instabil zu halten. Die Überlieferung sieht es anders herum: Die offenen Stellen sind die, an denen Weisheit entsteht — weil dort über die Jahre ein Erfahrungsschatz zusammenkommt, den ein definiertes Zentrum nie sammelt.
Ob man das glaubt, ist eine andere Frage. Was man ohne Glauben sagen kann: Eine Zeichnung mit vielen definierten Zentren ist nicht besser als eine mit wenigen. Sie ist nur anders gebaut.
Der Wer-bin-ich-hier-Test
2 MinZwei Minuten, zweimal am Tag, eine Woche lang.
- Morgens alleinBevor Du jemanden triffst: Wie ist Deine Stimmung, Dein Antrieb, Dein Bedürfnis zu reden? Ein Wort reicht.
- Abends nach GesellschaftDieselben drei Fragen, nachdem Du länger mit anderen zusammen warst.
- Nach einer Woche vergleichenWo sind die Antworten immer gleich? Das sind vermutlich Deine definierten Zentren. Wo schwanken sie stark? Da sieh im Chart nach.
- Der Test oben beweist nichts. Stimmungen schwanken auch ohne Chart, und wer eine Erklärung sucht, findet eine.
- Das Modul sagt auch nicht, dass man offene Zentren „schützen" müsste. Wer so anfängt, baut sich aus einem Diagramm eine Angst.
- Es unterscheidet nur drei Zustände, die häufig in einen Topf geworfen werden.