Stufe 1 · Woher Dein Tier kommt Modul 1 von 18
Was das chinesische Sternzeichen ist — und was daran kein Stern ist
- 12 Minuten
- Das Zwölferrad
Die zwölf Zeichen in ihrer Reihenfolge. Wer sie als Kreis sieht, muss die Paarregeln nicht auswendig lernen — sie sind Abstände.
Die Annahme, mit der fast jeder herkommt
Die Annahme lautet: Das chinesische Sternzeichen ist dasselbe wie das westliche, nur mit Tieren statt mit Widder und Stier. Man gibt seinen Geburtstag ein, und heraus kommt ein Tier.
Das stimmt an einer einzigen Stelle — es kommen tatsächlich Tiere heraus. Alles andere ist anders, und zwar so grundlegend, dass die beiden Systeme nicht einmal dieselbe Frage stellen.
Das westliche Zeichen kommt aus dem Monat. Das chinesische kommt aus dem Jahr. Zwei Menschen, die am selben Tag verschiedener Jahre geboren sind, teilen ihr westliches Zeichen und haben verschiedene chinesische.
Was es tatsächlich ist
Das chinesische Zeichen ist eine Jahreszählung. Die Jahre laufen in einem Zwölferzyklus, und jedes Jahr trägt den Namen eines Tieres: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein. Nach zwölf Jahren fängt die Reihe von vorn an.
Das ist zunächst nichts Geheimnisvolles, sondern ein Kalender. Bevor Jahre durchnummeriert wurden, brauchte man eine Art, sie zu benennen — und ein Name, den jeder behalten kann, ist einem Zahlenungetüm überlegen. „Im Jahr des Pferdes" ist leichter zu merken als „im siebenundfünfzigsten Jahr der Regierung".
Die Deutung kam später dazu: Wer in einem bestimmten Jahr geboren ist, dem werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Das ist der Teil, für den es keinen Beleg gibt — und genau darüber wird in Modul 12 gesprochen, ohne Umschweife.
Warum es trotzdem „Sternzeichen" heißt
Kein Stern ist daran beteiligt. Der deutsche Name ist eine Übersetzung, die auf halbem Weg stehengeblieben ist: Weil das westliche Gegenstück aus Sternbildern kommt, hat man den vertrauten Begriff auf das chinesische System übertragen. Im Chinesischen heißt es shēngxiào — sinngemäß „Geburtsähnlichkeit" — und an keiner Stelle ist von Sternen die Rede.
Genauer wäre „Tierkreiszeichen", und auch das nur halb: Ein Kreis ist es, ein Tierkreis im astronomischen Sinn aber nicht. Wir benutzen beide Wörter trotzdem, weil danach gesucht wird — aber wir sagen dazu, was sie nicht bedeuten.
Wer ein westliches Horoskop rechnen lässt, wird nach Uhrzeit und Geburtsort gefragt — beides braucht der Aszendent. Für das chinesische Zeichen ist der Ort ohne jede Bedeutung: Es hängt am Jahr, und das Jahr ist überall dasselbe. Wer trotzdem danach fragt, fragt aus Gewohnheit.
Zwei Angaben, nicht eine
Die meisten Rechner im Netz geben ein Tier aus und hören dort auf. Das ist die halbe Auskunft. Vollständig besteht ein chinesisches Jahreszeichen aus zwei Teilen:
- dem Tier — einem von zwölf, aus dem Zwölferzyklus;
- dem Element — einem von fünf: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser, dazu jeweils Yin oder Yang.
Zwölf Tiere und zehn Element-Polaritäten ergeben nicht 120, sondern 60 Kombinationen — warum das so ist, steht in Modul 4. Ein Zeichen heißt deshalb nicht „Drache", sondern zum Beispiel „Holz-Drache", und dieselbe Kombination kehrt erst nach sechzig Jahren wieder.
Unser Rechner gibt beide Teile aus. Wer sein Zeichen bisher nur als Tier kannte, sieht die zweite Hälfte hier zum ersten Mal.
Was „Bedeutung" hier heißen kann
Das meistgesuchte Wort in diesem Feld ist „Bedeutung", und es ist zweideutig. Es kann heißen: Wofür steht dieses Zeichen in der Überlieferung? Darauf gibt es eine Antwort, und sie steht bei jedem der zwölf Tiere.
Es kann aber auch heißen: Was sagt das über mich? Und darauf lautet die ehrliche Antwort: nichts, was sich nachprüfen ließe. Es gibt keine Untersuchung, die Menschen eines Geburtsjahres von denen eines anderen unterscheidet.
Dieser Bereich macht beides — er gibt die Überlieferung wieder und sagt dazu, woher sie kommt und was sie nicht leistet. Wir halten das für den interessanteren Weg: Ein Zeichen, dessen Herkunft man kennt, ist nicht weniger schön, sondern verständlicher.
Die Rechnung ist überprüfbar. Die Deutung ist ein Angebot.
Wie es weitergeht
Das nächste Modul erklärt den einen Punkt, an dem fast jeder Rechner im Netz falsch liegt: Das chinesische Jahr beginnt nicht am 1. Januar. Wer im Januar oder Anfang Februar geboren ist, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit ein anderes Zeichen, als ihm bisher gesagt wurde.
- Es stellt keine Verbindung zwischen Sternen und Geburtsjahr her — die gibt es nicht.
- Es sagt nicht, dass die zugeschriebenen Eigenschaften zutreffen.
- Es erklärt das westliche Horoskop nicht; das steht im Astrologie-Bereich und arbeitet anders.
Fertig mit diesem Modul?
Mit einem kostenlosen Konto merkt sich der Bereich, wo Du stehst — und Dein berechnetes Zeichen steht beim nächsten Besuch schon oben in der Leiste.
Kostenloses Konto anlegenDu kannst auch einfach weiterlesen — die Module dieser Stufe sind frei, und der Rechner braucht ohnehin kein Konto.
Wer hier sonst noch liest
Diese Seite gehört zu einer Partnerbörse. Angemeldet siehst Du hier Menschen, die zu Deinen eigenen Angaben passen — ausgewählt nach denselben Regeln wie in der Suche, nicht nach dem Sternzeichen.
Ausgewählt allein nach Euren gegenseitigen Angaben — nicht nach dem Zeichen. Wer welches trägt, steht hier absichtlich nicht: Das gehört zum Vergleich zu zweit und verlangt beidseitige Freigabe.









